
Wie wollen wir zukünftig leben und wie gelingt ein „Gutes Leben für alle“? Diese Frage zieht sich durch die Arbeit der WÖK permanent hindurch. Für eine zukunftsfähige, gerechte und nachhaltige Welt braucht es dringend einen sozial-ökologischen Umbau. Denn wir in Deutschland haben einen dreifachen ökologischen Fußabdruck: wenn alle Menschen so leben würden, bräuchten wir drei Erden, um unseren Ressourcenbedarf befriedigen zu können. Wir müssen unseren Lebensstil und unsere Art zu wirtschaften grundlegend ändern, wenn wir es mit der Nachhaltigkeit ernst nehmen. Maßstab wäre nicht mehr, was wir uns finanziell leisten können. Der neue Maßstab ist dann, dass alle Tätigkeiten danach ausgerichtet werden, die Wahrung der Menschenrechte einzuhalten und die Ökosysteme nicht zu überlasten.
Rohstoffgerechtigkeit herstellen, eine gerechte Handelspolitik umsetzen, Menschenrechte über wirtschaftliche Interessen zu stellen sowie in einem Pilotprojekt die notwendige Transformation verständlich darstellen und im Kleinen auszuprobieren, das sind die großen Bausteine, mit denen die WÖK an einem sozial-ökologischen Umbau arbeitet.
Schwerpunkte und Projekte
Forum Nachhaltige Beschaffung BaWü
Ein wirksamer Hebel, um die Wirtschaft nachhaltiger und gerechter zu gestalten, liegt in der Beschaffungspolitik der öffentlichen Hand – denn jeder sechste Euro wird in Deutschland von Bund, Ländern oder Kommunen ausgegeben. Das Forum nachhaltige Beschaffung Baden-Württemberg, wird von der WÖK koordiniert und diskutiert Handlungsoptionen für eine wirkungsvolle nachhaltige Beschaffung im Land. Zentrale Herausforderungen sind die gesetzliche Verankerung einer nachhaltigen Beschaffung und die Bereitstellung qualifizierter Serviceleistungen für Beschaffer:innen. Das Forum trifft sich einmal im Jahr in Präsenz und mehrmals im Jahr virtuell.
Wirtschaftswende Kongress 2027
Gemeinsam mit einem breiten Veranstalter*innenbündnis organisieren wir einen großen zivilgesellschaftlichen Kongress für eine echte Wirtschaftswende. Im März 2027 wollen wir in Nürtingen gemeinsam darüber diskutieren, wie eine Wirtschaft aussehen muss, die ein gutes Leben für Alle ermöglicht. Das bedeutet für uns auch, das bisherige Wirtschaftssystem konsequent zu hinterfragen. Denn das aktuelle Modell führt zu extremer Ungleichheit, gefährdet demokratische Strukturen, trägt zum Abbau von Menschenrechten bei und treibt eine immer weiter eskalierende Klimakrise voran. Wir sind überzeugt: Eine andere Wirtschaft ist möglich – und dringend notwendig!
Lokale Bündnisse der Transformation
Für Politik und Gesellschaft wird es immer schwieriger, Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen, um für eine gerechte Teilhabe aller Bürger:innen zu sorgen. Vor diesem Hintergrund braucht es ein gesellschaftliches Bündnis, das sich auf einen gesellschaftlichen Konsens einigt, wie ein gutes Leben für alle aussehen kann. In einem Pilotprojekt will die WÖK ein breites gesellschaftliches Bündnis, bestehend aus lokalen Vertreter:innen von Sozial- und Umweltverbänden, NGOs, Politik und Verwaltung, Unternehmensverbänden und kirchlichen Einrichtungen aufbauen. Wir orientieren uns an dem Ansatz der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) und führen unterschiedliche Themen wie Menschenrechte, Soziales und Umwelt zusammen Und entwickeln einen Entwurf für eine ethische Wirtschaftsordnung, der als Leitfaden für die Lokalpolitik dienen soll.

