Liebe Leserinnen und Leser,
es ist viel passiert bei uns in den letzten Wochen, von dem wir euch in diesem Newsletter gerne berichten wollen:
Frisch zurück von einer intensiven Reise durch das südliche Afrika, bringen zwei unserer Kolleg:innen unmittelbare Eindrücke und Analysen mit:
In Angola beobachten wir mit Sorge, wie neue Gesetzesvorhaben den zivilgesellschaftlichen Raum massiv verengen. Ein vermeintliches „Danke“ der Regierung entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Werkzeug der Kontrolle.
In Südafrika trafen Anspruch und Wirklichkeit hart aufeinander. Während die Ansprache des Präsidenten (SONA) von großen Versprechen geprägt war, zeigt der Realitätscheck, wie weit diese von der Lebensrealität der Menschen entfernt sind. Parallel dazu forderte die Konferenz Alternative Mining Indaba 2026 eine neue strategische Klarheit: Angesichts der globalen Jagd nach kritischen Rohstoffen muss der Schutz der betroffenen Gemeinschaften endlich Vorrang vor Profitinteressen haben. Auch historisch bleibt Gerechtigkeit ein drängendes Thema: Wir blicken auf 60 Jahre Zwangsumsiedlungen in District Six – ein Ort in Kapstadt, der bis heute symbolisch für den Kampf gegen das Vergessen der Apartheid-Verbrechen steht.
Mit Blick auf Simbabwe werfen wir zudem die Frage auf, ob das Schweigen über die Gukurahundi-Massaker in Matabeleland nun endlich gebrochen wird, nachdem die Regierung erste Anhörungen zur Aufarbeitung angekündigt hat.
Der „Artikel Rost im Sand“ beschreibt die weiterhin sichtbare Kolonialnostalgie in Namibia und die blinden Flecken deutscher Erinnerung.
In der Publikation „Wie man sich (nicht) entschuldigt“ analysieren wir hierzu die Defizite in der Aufarbeitung des deutschen Genozids in Namibia. Es wird deutlich: Eine Entschuldigung ohne strukturelle Konsequenzen und echte Wiedergutmachung bleibt eine hohle Geste.
Ganz akut ist Shark Island als Ort des Grauens während des Völkermords an den Ovaherero und Nama durch den Bau einer neuen Hafenanlage in Namibia bedroht. Mit unserem Spendenaufruf „Hände weg von Shark Island“ unterstützen wir die Partner:innen vor Ort, um diesen Ort des Erinnerns zu bewahren.
Dass globale Gerechtigkeit hier beginnt, zeigt zudem unsere neue Studie zur Rohstoffwende in Baden-Württemberg. Die Studie zeigt Perspektiven aus den Abbauländern auf und benennt konkrete politische Hebel.
Damit aus Analysen echte Veränderung wird, brauchen wir euch:
- Petition unterzeichnen: Unterstützt unsere Forderungen ganz direkt, indem ihr unsere Petition „Rohstoffwende jetzt“ unterzeichnet und in euren Netzwerken teilt.
- Wir machen uns auf den Weg: Wir wollen Alternativen zum aktuellen Wirtschaftssystem nicht nur theoretisch fordern, sondern gemeinsam mit euch praktisch erproben.
- Wirtschaftswende-Konferenz 2027: Der Planungsprozess ist gestartet – wir laden euch herzlich ein, die Konferenz mitzugestalten.
Wir danken euch herzlich für euer Interesse und eure Unterstützung!
Euer Team der Werkstatt Ökonomie