Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit afrikanischen Ländern, WTO-Strategien und Gegenwehr der Betroffenen

Datum: 25.05.2022
Uhrzeit: 15:00 - 18:00
Ort: online
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Vor dem Hintergrund der Debatten um das „Anthropozän“ und „Kapitalozän“ werden wir uns in diesem Semester mit transnationalen Lieferketten beschäftigen. Die Geschichte dieser Lieferketten führt die „Fangarme imperialer und finanzieller Macht“ vor Augen (Jason W. Moore). Sie sind Ausdruck eines Grundelements von Kapitalismus: Die Suche nach Ressourcengrenzgebieten, die Suche nach noch nicht kapitalisierter Natur, die Aneignung von „Billigen Naturen“: Arbeit, Nahrungsmittel, Energie, Rohstoffe. Diese Aneignungen werden ermöglicht durch die Konstruktion eines vermeintliches „Niemandslandes“, einer terra nullius, die für alle offen ist, die es zum „Wohl aller aufwerten“ (John Locke) und zum Arbeiten bringen.

Was passiert aber, wenn man sich der Aneignungen und den Kommodifizierungsversuchen seiner Umgebung widersetzt, die von staatlichen Akteuren und transnationalen Konzernen angeführt werden? Was passiert, wenn man sich weigert Natur als Ressource zu denken? Wir werden uns mit einigen historischen wie gegenwärtigen Beispielen beschäftigen.

Neben Beiträgen der Lehrenden und Diskussionen mit eingeladenen Künstler_innen und Aktivist_innen wird es gemeinsame close readings von Textpassagen geben. Studierende sollen Beiträge zu definierten Themenbereichen bzw. Texten erarbeiten. Das Seminar führt die Beschäftigung mit „Landschaft und Gewalt“ aus den vorangegangenen Semestern fort, die Teilnahme ist jedoch auch ohne Besuch dieser Seminare möglich.

Veranstalter

Akademie der bildenden Künste Wien

Vortrag im Rahmen der Lehrveranstaltung „Landschaft und Gewalt, Teil 4: Lieferketten, Aneignung, Ausbeutung.“