EU-Afrika Wirtschafts- und Handelsbeziehungen in Krisenzeiten 

Geopolitische Spannungen, Inflation, Ernährungs- und Schuldenkrise

Datum: 07.12.2022
Uhrzeit: 10:00 - 17:30
Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Straße der Pariser Kommune 8A, Berlin
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Bereits die Covid-19 Pandemie hat dem Glauben an stetigen Wirtschaftsaufschwung in Afrika ein jähes Ende bereitet. Die unter anderem in Folge der russischen Aggression gegen die Ukraine weiter gestiegenen Nahrungsmittel- und Energiepreise verschlechtern die Lebensbedingungen von vielen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent zusätzlich. 

Das Bemühen Deutschlands und der EU um Kooperationen mit afrikanischen Ländern hat sich nach Kriegsbeginn deutlich gesteigert, dies gilt insbesondere für die Zusammenarbeit im Energie- und Rohstoffsektor. Dieses verstärkte Interesse knüpft an eine lange Reihe von Investitionsinitiativen und Handelsabkommen der EU und ihrer Mitgliedsstaaten mit afrikanischen Ländern an: die Economic Partnership Agreements (EPAs), der Compact with Africa (CwA), der External Investment Plan (EIP) oder die Global Gateway Initiative. 

Die Befürworter*innen dieser Initiativen betonen unter den neuen ökonomischen Krisenbedingungen weiterhin die Relevanz ausländischer Direktinvestitionen für neues wirtschaftliches Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Zudem verweisen sie auf die Bedeutsamkeit privater Gelder zur Finanzierung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Afrika. 

Kritische Stimmen merken dagegen an, dass es Deutschland, der EU, aber im G20-Kontext auch weiteren Industrie- und Schwellenländern, mit diesen Initiativen in erster Linie darum gehe, ihre eigene investitions- und handelspolitische Bedeutung in Afrika aufrecht zu erhalten. Der Druck, Märkte weiter zu öffnen, der starke Fokus auf ausländische Privatinvestitionen, die strukturelle Abhängigkeit von Importen oder die immer weiterwachsende Relevanz der Finanzmärkte in der Entwicklungsfinanzierung würden die gegenwärtigen Krisenerscheinungen verstärken. Dies gelte unter anderem für die Ernährungs- und Energiekrise sowie die zunehmend eskalierende Schuldendynamik.   

Die Tagung mit Referierenden und Teilnehmenden aus Europa und Afrika wird diskutieren, ob die in den Vorjahren angestoßenen Wirtschaftsinitiativen Deutschlands (Marshallplan, CwA) oder der EU (EIP, Global Gateway), die bestehenden EU-Afrika Handelsabkommen oder vielmehr afrikanische Projekte wie die kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) einen Beitrag leisten, die neuen geopolitischen Herausforderungen und die aktuellen Krisenfolgen zu bewältigen. 

Referent:innen

Wir haben Vertreter:innen aus dem Bundesministerium für Finanzen und dem Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit, sowie Abgeordnete des Bundestages und des Europarlamentes eingeladen, ihre Sichtweisen zum Stand der EU-Afrika Handels- und Wirtschaftsbeziehungen einzubringen 

Veranstalter:innen

  • Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA/Werkstatt Ökonomie)
  • Fachgebiet Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien/Universität Kassel
  • in Kooperation mit Brot für die Welt und Misereor 

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