Globale Verantwortung in Baden-Württemberg leben

Unter dieser Überschrift formuliert der Rat für Entwicklungszusammenarbeit (REZ) die entwicklungspolitischen Herausforderungen für die 14. Wahlperiode. In seinem "Expert:innenpapier" widmet sich der REZ den Themenfeldern "Bildung, Wissenschaft & Junges Engagement", "Migrantisches Engagement" und "Global verantwortliches Wirtschaften".

Im Zentrum des Papiers steht der Begriff "Globale Verantwortung", der neben der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Akteur*innen im Globalen Süden die Rolle Baden-Württembergs und ihre Auswirkungen im Globalen Süden in den Blick rückt. Entwicklungspolitik heiße heute, so wird betont, "hier in Baden-Württemberg sozial, ökologisch und gerecht zu handeln. Nur so leben wir nicht auf Kosten anderer."

Um die sozial-ökologische Transformation in der Wirtschaft voranzubringen, solle die künftige Landesregierung einen aktiven Dialog mit Wirtschaft und Verbraucher*innen führen, bei dem die globalen Auswirkungen von Produktion und Handel diskutiert und Lösungen entwickelt werden. So solle sich die Landesregierung aktiv einbringen, um die Lieferketten und Handelsbeziehungen der Unternehmen im Land global verantwortlich zu gestalten. Außerdem müsse sie ein "klares Konzept für globale Verantwortung" entwickeln, "wie sie beim eigenen wirtschaftlichen Handeln eine gesellschaftliche Vorbildrolle einnehmen will. Das betrifft insbesondere die nachhaltige Beschaffung sowie die Klimaverantwortung und Gemeinwohlorientierung von Landesunternehmen. Im Bereich Landwirtschaft und Ernährung sei ein nachhaltiger Perspektivwechsel nötig, der im Dialog mit den Partner*innen aus dem globalen Süden konkretisiert werden müsse. Schließlich müsse die Expertise migrantischer Unternehmer*innen für nachhaltiges Wirtschaften fruchtbar gemacht und ein Förderschwerpunkt für sozial-ökologische Innovationen etabliert werden.

Der Rat für Entwicklungszusammenarbeit berät die Landesregierung in entwicklungspolitischen Fragen. Grundlage seiner Arbeit sind die Entwicklungspolitischen Leitlinien für Baden-Württemberg von 2012. Uwe Kleinert von der Werkstatt Ökonomie vertritt in dem Gremium zusammen mit Claudia Duppel den Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB).