Black Friday: Die Schicksale hinter dem Sale

Die Black Week ist in vollem Gange – eine Rabattschlacht, die im Black Friday gipfelt. Doch hinter dem Black-Friday-Sale stecken oft menschliche Schicksale entlang der Lieferketten. Sie zeigen: Wir brauchen endlich ein wirksames Lieferkettengesetz!

Berlin, 27.11.2020 – Zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts versuchen viele Unternehmen noch einmal alles, um unsere Konsumlust anzukurbeln. Mega-Rabatte, Sensations-Angebote, Super-Sales… Wie können sich Unternehmen so niedrige Verkaufspreise leisten? Einige von ihnen sparen selber – und zwar an Umweltschutz und Arbeitsstandards in ihren Lieferketten.

Für Konsument*innen ist es am Black Friday, aber auch im ganzen restlichen Jahr praktisch unmöglich, beim Einkaufen zu beurteilen: Steckt in dieser Schokoladentafel Kinderarbeit? Haben die Näher*innen jenes T-Shirts einen fairen Lohn erhalten? Und unter welchen Bedingungen wurden eigentlich die Rohstoffe abgebaut, die in diesem Smartphone verarbeitet sind? Fest steht: Immer wieder nehmen deutsche Unternehmen in ihren Lieferketten Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Kauf. Die Liste mit Beispielen ist viel zu lang.

Ein starkes Lieferkettengesetz könnte das ändern: Egal ob jemand zur Schokolade, zum T-Shirt oder zum Smartphone greift – er oder sie wüsste dann: Das jeweilige Unternehmen hat auf Menschenrechte und Umweltschutz geachtet. Denn ein Lieferkettengesetz würde Unternehmen dazu verpflichten, Risiken ihrer globalen Geschäfte auf Menschenrechte und Umwelt zu ermitteln, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen und darüber transparent zu berichten. Käme es dennoch zu einem Schadensfall – die Betroffenen hätten einen besseren Zugang zu deutschen Gerichten, um Schadensersatz einzufordern.

Doch so weit sind wir noch nicht. Während in Guatemala Unternehmen für den Anbau von Palmöl Regenwald roden und während in Westafrika Kinder auf Kakaoplantagen schuften, versuchen hierzulande die Wirtschaftsverbände alles zu tun, um ein Lieferkettengesetz zu verhindern. Und ihr Druck auf den Bundeswirtschaftsminister zeigt durchaus Wirkung: Bislang blockiert Peter Altmaier genau die Punkte, die ein Lieferkettengesetz wirksam machen würden.

Wir fordern von Minister Altmaier: Schluss mit dieser Blockadehaltung! Menschenrechte und Umweltschutz dulden keinen Aufschub mehr! Auch du kannst dich an den Minister wenden und jetzt eine Protestmail schicken. Denn ohne ein Lieferkettengesetz ist der Black Friday kein Grund zum Feiern – Rabatte auf Kosten von Mensch und Umwelt können wir uns sparen!