Langer Anlauf – doch zu kurz gesprungen. Diskussionspapier der Aktion fair spielt zum ICTI CARE-Prozess

Schwerwiegende Verstöße gegen nationale Arbeitsgesetze und international vereinbarte Sozialstandards sind in arbeitsintensiven Industrien verbreitet und werden seit Jahren immer wieder in Berichten von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen dokumentiert.

Vor diesem Hintergrund ist es zu begrüßen, dass der Weltverband der Spielzeugindustrie im Jahr 2001 seinen 1995 verabschiedeten Code of Business Practices (ICTI-Kodex) überarbeitete und ein Monitoring- und Zertifizierungsprogramm, den so genannten ICTI CARE-Prozess, zur Überprüfung der Fabriken aufzubauen begann. Dem Anspruch nach sollte der Kodex zum globalen Standard für die Branche werden.

Mit der Umsetzung des Prozesses begann der Verband bzw. die von ihm gegründete und mit der Durchführung betraute ICTI CARE Foundation in China, was angesichts des Marktanteils von Spielzeug aus chinesischer Fertigung nachvollziehbar ist.

Die ersten Fabrikinspektionen im Rahmen des ICTI CARE-Prozesses fanden 2003 statt; die ersten Zertifikate wurden 2004 vergeben. Aktuell sind 2.102 Fabriken für den Prozess registriert, 1.054 zertifiziert.

Das Diskussionspapier der Aktion fair spielt stellt zum einen die Strukturelemente und Verfahren des ICTI CARE-Prozesses dar, um sie anschließend einer kritischen Würdigung zu unterziehen. In Abschnitt 4 werden Mindestanforderungen formuliert, welche die Aktion fair spielt als wesentliche Voraussetzungen für die Wirksamkeit, Glaubwürdigkeit und Transparenz des ICTI CARE-Prozesses erachtet.

Bibliographische Angaben:
Aktion fair spielt (2009): Langer Anlauf – doch zu kurz gesprungen. Diskussionspapier der Aktion fair spielt zum ICTI CARE-Prozess, Autor/in: Uwe Kleinert in Zusammenarbeit mit Elisabeth Strohscheidt, Heidelberg/Aachen, November 2009, 21 S.