„Making Toys Without Joy”: SACOM deckt wiederholt Verstöße gegen Arbeiterrechte in chinesischen Spielzeugfabriken auf

Heute veröffentlichte die Hongkonger Arbeitsrechtsorganisation SACOM eine Pressemitteilung und drei Fallstudien über die Zustände in chinesischen Spielzeugfabriken und die Rolle des ICTI CARE-Prozesses, eines Programms des Internationalen Verbandes der Spielwarenindustrie für ethische Spielzeugfertigung.

SACOM hatte im Sommer 2011 verdeckte Untersuchungen in drei Spielzeugfabriken durchgeführt, nämlich in der Dongguan On Tai Toys Co., der Sturdy Products Factory und der Hung Hing Printing Group, die Lieferanten bekannter Markenfirmen sind, auch solcher aus Deutschland. Alle drei Fabriken sind seit mehreren Jahren im Rahmen des ICTI CARE-Prozesses schon mehrmals kontrolliert worden, und immer wieder wurde ihnen mit dem Zertifikat des Programms bescheinigt, dass die Arbeitsbedingungen den Vorgaben entsprechen.

Die Untersuchungen von SACOM  zeigen, dass in allen drei Fabriken – trotz ihrer Beteiligung am ICTI CARE-Prozess – weiterhin gegen grundlegende Arbeitnehmerrechte verstoßen wird. Der ICTI CARE-Prozess erweist sich damit, so SACOM, als Verschleierungsmaßnahme für die Ausbeutung chinesischer ArbeiterInnen durch die großen Markenfirmen.

Beispielhaft nennt SACOM die folgenden Verstöße gegen geltendes Recht in den untersuchten Fabriken:

  • exzessive Überstunden, bis 140 pro Monat,
  • verspätete Lohnzahlungen,
  • keine Ausfertigung des Arbeitsvertrags für die ArbeiterInnen,
  • fehlende Schutzausrüstung und keine Sicherheitstrainings,
  • keine Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen,
  • Arbeit von Minderjährigen,
  • keine Brandschutzübungen,
  • verweigerte Vereinigungsfreiheit,
  • scharfe disziplinarische Maßnahmen und willkürliche Strafen,
  • unhygienisches Kantinenessen und
  • schmutzige Fabrikunterkünfte.

SACOM (Students & Scholars Against Corporate Misbehaviour) untersucht die Arbeitsbedingungen in chinesischen Spielzeugfabriken seit 2005 und hat in dieser Zeit nach eigenen Worten kaum wirkliche Verbesserungen der Lage der ArbeiterInnen festgestellt.