ICTI CARE-Prozess: Hindernisse auf dem Weg zu mehr Glaubwürdigkeit?

Auf dem Weg zu mehr Glaubwürdigkeit und einer weiteren Verbesserung des ICTI CARE-Prozesses gibt es offenbar Hindernisse, wenn nicht Grenzen. Diese Einschätzung vertritt die Aktion fair spielt in ihrer Antwort auf eine Stellungnahme der ICTI CARE Foundation zu dem im November letzten Jahres veröffentlichten Diskussionspapier „Langer Anlauf – doch zu kurz gesprungen”. Insbesondere gelte das für die Forderung nach mehr Transparenz. Offenbar sähen sich die Verantwortlichen des ICTI CARE-Prozesses vor die Wahl gestellt: mehr Verbindlichkeit und weniger Akzeptanz in der Branche oder weniger Verbindlichkeit und breitere Akzeptanz bei den Unternehmen. Letztlich gehe es um die Frage, ob der ICTI CARE-Prozess vorrangig ein Instrument im Interesse der Arbeiter/innen oder im Interesse der großen Markenfirmen und des Handels sein solle.

Die Aktion fair spielt anerkennt in ihrer Antwort das Bemühen der ICTI CARE Foundation, mit dem ICTI CARE-Prozess zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Spielzeugindustrie beizutragen, und sie begrüßt die Bereitschaft der ICTI CARE Foundation, das Programm auch im Dialog mit Nichtregierungsorganisationen weiterzuentwickeln und deren Anregungen und Kritik konstruktiv aufzunehmen. Ihre Stellungnahme werde den Erwartungen allerdings nicht gerecht, insbesondere weil sie sachlich und in ihrer zeitlichen Perspektive unverbindlich bleibe und keine tragfähige Perspektive aufzeige, wie die Wirksamkeit, Glaubwürdigkeit und Transparenz des ICTI CARE-Prozesses gestärkt werden soll.

Die Aktion fair spielt hatte im November 2009 ihr Diskussionspapier „Langer Anlauf – doch zu kurz gesprungen” vorgelegt und darin eine Zwischenbilanz über die Stärken und Schwächen des ICTI CARE-Prozesses gezogen. Neben einer kritischen Würdigung enthielt das Diskussionspapier Mindestanforderungen an den ICTI CARE-Prozess, deren Umsetzung die Aktion fair spielt als Voraussetzung für die Wirksamkeit, Glaubwürdigkeit und Transparenz des ICTI CARE-Prozesses betrachtet. Im Juli 2010 hatte die ICTI CARE Foundation der Aktion fair spielt eine Stellungnahme zukommen lassen, auf die sich die jetzt vorgelegte Antwort bezieht.