Social Watch Deutschland

Social Watch Deutschland war bis Mitte 2010 aktiv und bildete eine breite nationale Koalition von maßgeblichen Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen der nationalen Sozialpolitik und der Entwicklungspolitik. Sie setzte sich für soziale Gerechtigkeit und soziale Entwicklung ein, sowohl in Deutschland als auch international, insbesondere in der Dritten Welt. Durch seine Ziele und Zusammensetzung hatte Social Watch Deutschland in der Bundesrepublik Deutschland eine einmalige und bedeutende Brückenfunktion zwischen den beiden Politikfeldern (nationale Sozialpolitik und Entwicklungszusammenarbeit).

Das Forum Weltsozialgipfel, so der Gründungsname von Social Watch Deutschland, war intensiv an den Vorbereitungsarbeiten zum Weltgipfel  der Vereinten Nationen für soziale Entwicklung in Kopenhagen im März 1995, am Gipfel selbst sowie an den Folgekonferenzen beteiligt und hat den bisherigen Prozess der Umsetzung der Ergebnisse der Kopenhagen-Konferenz aktiv begleitet. Ziel des UN-Welt-Sozialgipfels war es, nach Ende des Kalten Krieges die "soziale Bombe zu entschärfen". Die verantwortlichen Politiker aus den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich dabei verpflichtet, sowohl in den Industriestaaten als auch in den so genannten Entwicklungsländern die wirtschaftlichen, kulturellen, rechtlichen und politischen Bedingungen so zu gestalten, dass Armut überwunden, nachhaltige Entwicklung gefördert und soziale Sicherheit für alle Menschen ermöglicht wird. Als vorrangige Aktionsfelder gelten dabei die Bekämpfung von Armut, Arbeitslosigkeit und sozialer Ausgrenzung. Ausgangspunkt soll der Grundsatz sein, dass der Mensch im Mittelpunkt aller Entwicklungsbemühungen stehen und die Wirtschaft seinen Bedürfnissen dienen muss.

Die in Social Watch Deutschland zusammenarbeitenden Nichtregierungsorganisationen sind davon überzeugt, dass die Ziele des Weltsozialgipfels und der im Jahr 2000 formulierten Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) nicht allein durch Erklärungen von Regierungen erreicht werden können. Notwendig sei vielmehr eine breite zivilgesellschaftliche Beteiligung an der Konzeption von Politiken und Strategien, an deren effektiver Umsetzung sowie an der Evaluierung ihrer Wirksamkeit und Kosten – und dies nicht zuletzt deshalb, weil die meisten Regierungen die Beschlüsse des Weltsozialgipfels und die damit eingegangenen Selbstverpflichtungen nur zögerlich umsetzen oder gar konterkarieren. Angesichts dieses Sachverhaltes hält es Social Watch Deutschland für seine Aufgabe, die Umsetzung der in Kopenhagen und Genf eingegangenen Verpflichtungen auch künftig zu beobachten und beharrlich auf deren Erfüllung zu drängen.

Durch die Größe, Vielfalt und spezifischen Schwerpunkte seiner Mitglieder verfügte Social Watch Deutschland sowohl über ein zivilgesellschaftlich tief verankertes Mandat als auch über beträchtliche Fachkompetenz. Dadurch wurde ein integriertes Bewusstsein und eine vernetzte Perspektive gefördert. In Gesprächen mit Politikern, durch Veranstaltungen und Publikationen wies Social Watch Deutschland auf Unzulänglichkeiten bei der Implementierung der Kopenhagen-Beschlüsse hin, überprüfte Fortschritte, arbeitete Handlungsvorschläge aus, formulierte Forderungen an die Politik und zeigte Perspektiven auf. Social Watch Deutschland verstand sich als ein vorwiegend anlass- und problemorientierter Zusammenschluss mit koordinierender Funktion, aber ohne formale Institutionalisierung. 

Unterstützende Organisationen

(Stand Ende 2009)

  • Asienhaus
  • Brot für die Welt – Evang. Entwicklungsdienst
  • Deutscher Caritasverband e.V.
  • DGB Bildungswerk e.V.
  • Diakonisches Werk der EKD e.V.
  • Entwicklungspolitische Gesellschaft e.V. (EpoG)
  • FIAN-Deutschland e.V. 
  • Friedrich-Ebert-Stiftung 
  • Global Policy Forum Europe
  • IG Metall
  • Katholische Arbeitnehmerbewegung Deutschlands (KAB)
  • Peter-Hesse-Stiftung 
  • philippinenbüro e.V. 
  • Pro Asyl e.V.
  • terre des hommes Deutschland e.V.
  • ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
  • VSOP – Verein für Sozialplanung e.V.
  • WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V.
  • WOMNET - Gender und Globale Strukturpolitik
  • Ökumenischer Trägerkreis Armut/Reichtum - Gerechtigkeit