Mein Name ist Marita Anna Wagner und ich freue mich, ab dem 1. August 2026 das Team der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) unterstützen zu dürfen. Für die nächsten sechs Monate übernehme ich die Elternzeitvertretung für meinen geschätzten Kollegen Felix Henn, mit dem ich zukünftig gemeinsam zu Namibia und der Aufarbeitung des kolonialen Erbes arbeiten werde. Dazu zählt unter anderem die inhaltliche und strukturelle Koordination des Bündnis „Völkermord verjährt nicht“ sowie die Analyse laufenden Planungen zur Förderung grünen Wasserstoffs in Namibia in Kooperation mit der deutschen Bundesregierung.
Für mich ist dies ein „Full Circle Moment“. Bereits während meines Theologiestudiums an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main hat sich mir die Möglichkeit geboten, 2016 ein Praktikum bei der KASA zu absolvieren. Die Themen und Perspektiven haben mich begeistert und nachhaltig in meinem theologisch-politischen Denken geprägt. Im Rahmen dieses ersten Einblicks konnte ich meine Lernerfahrungen vertiefend reflektieren, die ich 2015 während meines Auslandsstudienjahrs an der University of Pretoria gemacht hatte – dem Jahr, in dem sich die dekolonialen Studierendenprotestbewegungen im Land bildeten und sich für einen gleichberechtigten Zugang zu tertiären Bildungssystemen sowie der Dekolonisierung der Lehrpläne und Wissenssysteme engagierten. Die KASA und Heidelberg waren in den vergangenen zehn Jahren ein wichtiger intellektueller wie emotionaler Knotenpunkt für mich. Aus diesem Grund habe ich mich auch nach meinem Praktikum weiterhin ehrenamtlich und später im Vorstand eingebracht.
Nach Abschluss meines Studiums habe ich vier Jahre (2018-2022) als Referentin und spätere Teamleiterin beim Internationalen katholischen Hilfswerk missio in Aachen gearbeitet, das zu den Gründerorganisationen der KASA zählt.
Seit 2023 habe ich an der Paris Lodron Universität in Salzburg Global Studies studiert und an einem Promotionsprojekt zu Rassismuskritik und der Dekolonisierung theologischer Wissenssysteme gearbeitet. Für mein Forschungsprojekt habe ich in den vergangenen anderthalb Jahren an der University of Cape Town und an der University of Pretoria geforscht, an Letzterer bin ich inzwischen Associate Researcher, was sich mit meiner thematischen Arbeit bei der KASA sehr gut ergänzt.
Ich freue mich nun auf die Arbeit mit den mir vertrauten Kolleg:innen und darauf, weiterhin bildungswissenschaftlich und politisch engagiert in einem dynamisch-kreativen Team arbeiten zu dürfen.



