Terminkalender

Südafrika 2026: Was ist aus den Versprechen des Befreiungskampfes geworden?
Freitag, 30. Oktober 2026, 19:00 Uhr
 

Das Jahr 2026 ist für Südafrika ein besonderes Jahr der Erinnerung. Mehrere einschneidende Ereignisse in der Geschichte des Landes jähren sich: 

Vor 70 Jahren (1956) marschierten rund 20.000 Frauen nach Pretoria, um gegen die Ausweitung der Passgesetze auf Frauen zu protestieren. 20 Jahre später (1976) erhoben sich Schüler:innen in Soweto gegen das Apartheidregime und dessen rassistische Bildungspolitik. 1994 fanden die ersten demokratischen Wahlen statt und 2 Jahre später wurde die demokratische Verfassung Südafrikas verabschiedet.

Im selben Jahr (1996) wurde die Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika KASA gegründet, um auch nach dem Ende der politischen Apartheid die Mobilisierung für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit in Deutschland lebendig zu halten und den gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozess im Südlichen Afrika kritisch-solidarisch zu begleiten.

Vor 14 Jahren erschütterte das Massaker von Marikana das Land, im Zuge dessen 34 streikende Minenarbeiter von der Polizei erschossen wurden. Als Folge davon streikten im selben Jahr zum ersten Mal die Farmarbeiter:innen auf den Weinfarmen des Western Cape.

Diese Jahrestage erinnern an unterschiedliche Stationen des langen Kampfes gegen die Apartheid und für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde. Sie werfen zugleich die Frage auf, wie viele Versprechen im Hinblick auf Frieden, Wiedergutmachung und Versöhnung in Südafrika bisher eingelöst wurden.

An die Bedeutung des Jubiläumsjahres und die Notwendigkeit, die Versprechen des Befreiungskampfes zu bekräftigen, hat auch der südafrikanische Präsident in seiner diesjährigen Rede zur Lage der Nation erinnert. Auch die heutige Regierung stellt sich dabei ausdrücklich in die Tradition jener Kämpfe und Menschen, die Südafrikas Geschichte geprägt haben.

Doch welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen prägen Südafrika heute?

Was ist aus dem Mut und Engagement der Frauen geworden, die 1956 nach Pretoria marschierten? Was aus den Forderungen der Menschen von Sharpeville, dem Aufbegehren der Schüler:innen von Soweto, dem Kampf der Minenarbeiter von Marikana und dem Streik der Farmarbeiter:innen im Western Cape? Welche Fortschritte hat die Demokratie gebracht – und wo bestehen Kontinuitäten von Ungleichheit, Ausgrenzung und wirtschaftlicher Machtkonzentration fort?

Und schließlich: Welche Rolle spielt Südafrika in einer sich verändernden geopolitischen Ordnung? Was bedeutet panafrikanische Solidarität heute – eine Solidarität, die einst eine wichtige Grundlage des internationalen Kampfes gegen die Apartheid bildete?

Diese und weitere Fragen möchten wir gemeinsam mit zwei renommierten südafrikanischen Gästen diskutieren. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Referent:innen

Erzbischof Buti Joseph Tlhagale OMI

Buti Joseph Tlhagale ist einer der profilierten katholischen Kirchenführer Südafrikas und eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung. Von 2003 bis 2024 war er Erzbischof von Johannesburg. Er bringt die Perspektive eines Landes ein, das den Übergang von der Apartheid zur Demokratie selbst erlebt und mitgestaltet hat – und heute vor der Herausforderung steht, die politischen Errungenschaften von 1994 mit sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit zu verbinden. Seine langjährige Erfahrung im kirchlichen und öffentlichen Leben Südafrikas eröffnet einen besonderen Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen drei Jahrzehnte und auf die Frage, welche Verantwortung Kirche und Zivilgesellschaft heute übernehmen können.

Nomzamo Zondo

Nomzamo Zondo ist Menschenrechtsanwältin und seit 2020 Executive Director des Socio-Economic Rights Institute of South Africa (SERI), einer führenden südafrikanischen Organisation für soziale und wirtschaftliche Rechte. Ihre Arbeit verbindet strategische Prozessführung, Forschung und Advocacy. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Wohnungs- und Landrechte, Zwangsräumungen, informelle Ökonomien und der Zugang zu grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen. Zondo verbindet juristische Expertise mit einer kritischen Analyse der sozialen und wirtschaftlichen Realität des post-apartheidlichen Südafrikas. Sie steht damit für die Frage, wie Demokratie und die in der Verfassung verankerten sozialen Rechte für diejenigen konkret wirksam werden können, die weiterhin von Ungleichheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen sind.

 

 

 

 

Ort: St. Albert Kirche Heidelberg
 

Veranstaltungen

Energiekolonialismus oder Energiewende?
Lithiumabbau am Beispiel Simbabwe
Kurzfilm, Vortrag und Diskussion
07. Okt. 19.00 Uhr , Kinemathek Karlsruhe, Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe

Of Mud and Blood – Im Rausch der Hoffnung
Film und Diskussion
07. Okt. 19.30 Uhr , Cinema Quadrat, Mannheim

Fachtag Lithium
Lithium als Schlüssel zur Energiewende: Segen für globale Gerechtigkeit?
08. Okt. 10.00 Uhr ,

Planungstreffen zum Wirtschaftswende Kongress 2027
09. Okt. 15.00 Uhr - 09. Okt. 2026 18.00 Uhr, DEAB, Stuttgart

Konzepte und Visionen zur Transformation Afrikas.
09. Okt. 17.00 Uhr - 09. Okt. 2026 19.00 Uhr, Die Hegge, Niesen - Hegge 4, 34439 Willebadessen

Upgrade oder Verwässerung – Wie steht es ums Lieferkettengesetz?
Webinar
15. Okt. 17.30 Uhr - 15. Okt. 2026 18.30 Uhr, online

Völkerrecht am Ende? Afrikanische Ressourcen und Strategien für eine Zukunft jenseits des Imperialismus
Konferenz Afrika neu denken 23. Okt. 17.00 Uhr - 23. Okt. 2026 21.00 Uhr, Ubuntu Haus, Rehstr. 23c, Frankfurt

Sambia – Ein Land im Wandel
Globale Krisen, Rohstoffe und die Suche nach einer gerechten Entwicklung
24. Okt. 18.00 Uhr , Welthaus, Rosental 1, 44135 Dortmund

Of Mad and Blood – Im Rausch der Hoffnung
Filmabend und Diskussion
26. Okt. 19.00 Uhr , um Treppchen, Markstraße 6, 3452 Heuchelheim a.d. Lahn

Of Mad and Blood – Im Rausch der Hoffnung
Filmabend und Diskussion
27. Okt. 19.00 Uhr , Kino Capitol, Biegenstr. 8, 35037 Marburg

Guardians of Seeds, land and life
Vernissage
30. Okt. 17.00 Uhr - 30. Okt. 2026 18.00 Uhr, St. Albert Kirche Heidelberg

Südafrika 2026: Was ist aus den Versprechen des Befreiungskampfes geworden?
30. Okt. 19.00 Uhr , St. Albert Kirche Heidelberg

Jetzt erst recht gerecht! Allianzen stärken für globale (Schulden-)Gerechtigkeit
06. Nov. 00.00 Uhr , Jugendherberge Heidelberg

Solidarisches Gedenken organisieren!
Dekoloniale entwicklungspolitische Bildungspraxis in Zeiten wachsender Polarisierung
13. Nov. 09.00 Uhr - 13. Nov. 2026 22.00 Uhr, Miriam-Makeba-Saal, Berlin Global Village, Am Sudhaus 2, 12053 Berlin

Kooperation für ein lebenswertes Frankfurt – Entsiegeln, globale Klimagerechtigkeit und kühle Orte
19. Nov. 17.30 Uhr - 19. Nov. 2026 21.00 Uhr, Villa Gründergeist, Gärtnerweg 62, 60322 Frankfurt

Für eine lebensfreundliche Zukunft: Mehr Kooperation in der Region
20. Nov. 09.15 Uhr - 20. Nov. 2026 11.45 Uhr, Bürgerhaus Freiburg-Zähringen, Lameystraße 2

Was ist eigentlich fair?
Denkanstöße zur Dekolonisierung des Fairen Handels
10. Dez. 18.00 Uhr , Ökumenisches Zentrum Oldenburg

Afrika zwischen neuer Weltordnung und alten Abhängigkeiten
Wege zu globaler Gerechtigkeit
14. Jan. 20.15 Uhr , Universität Freiburg, Platz der Universität 3, Hörsaal 1098