Viele Menschen können sich nicht konkret vorstellen, wie ein gutes Leben für ALLE – weder national und noch viel weniger global – möglich sein kann und funktionieren soll. Sofort fallen diesen Menschen viele Argumente ein, im Sinne von: „Aber das geht nicht, weil …“
In der Regel werden dann Pauschal-Argumente aus unserem tief verinnerlichten Gewinnmaximierungs-, Wachstums- und Wettbewerbsdenken angeführt. Dem möchten wir in dem Projekt „Gesellschaft zusammenbringen“ mit dem Format „Ein gutes Leben für ALLE und Regeln, die uns einladen und motivieren, nachhaltig und global gerecht zu handeln“ begegnen.
Denn: es gibt viele kleine sozial-ökologische Initiativen und Projekte sowie vielfältige Ansätze nachhaltigen Wirtschaftens – z. B. nachhaltige Beschaffung, Fair-Trade-Produkte, Kreislaufwirtschaft inklusiv Teilen, Reparieren und Tauschen, solidarisch-ökologische Landwirtschaft und gemeinschaftliches Wohnen – die uns zeigen, wie ein gutes Leben für alle und echte Lebensqualität, z. B. in Form von Zeitwohlstand, Gesundheit, Suffizienz, eines wertschätzenden Umgangs, Kooperation, Bildung für ein Miteinander und für globale Gerechtigkeit sowie Naturverbundenheit aussehen kann.
Ein gutes Leben für alle am Beispiel der großzügigen Felsenbirne
Es gibt ein wunderbares Büchlein von Robin Wall Kimmerer mit dem Titel „Die Großzügigkeit der Felsenbirne – Vom Glück des Schenkens“. Als Botanikerin und Pflanzenökologin nimmt sie uns in die Welt der Marktökonomie und Finanzen. Sie schreibt sehr einfühlsam und nachvollziehbar, wie ein gutes Leben für alle in einer Felsenbirnen-Ökonomie, also einer Schenk-Ökonomie aussehen würde: „In einer Schenkökonomie versteht man unter Reichtum, genug zu haben, um zu teilen, und der praktizierte Umgang mit Überfluss besteht darin, ihn weiterzureichen. Status wird nicht dadurch bestimmt, wie viel Besitz man anhäuft, sondern wie viel man weitergibt.“
Sie gibt auch Hoffnung für unsere aktuelle, weltweit schwierige Situation von Katastrophen und multipler Krisen: „In Krisenzeiten erhebt sich aus dem Schutt eines Erdbebens oder aus den Trümmern nach einem Hurrikan die Schenkökonomie. … Wenn Menschenleben bedroht sind, haben Handlungen das Mitgefühls Vorrang vor den Mechanismen des Marktes. Die Menschen beschenken sich großzügig und Fragen des Eigentums verschwinden, wenn alle ihre Ressourcen in Form von Nahrung, Arbeitskraft und Decken solidarisch zusammenlegen. … Die Herausforderung besteht darin, unsere angelegte Fähigkeit zur Schenkökonomie ohne den Katalysator der Katastrophe auszuleben. Wie in jeder Schenkökonomie müssen wir an unsere Nachbarn glauben und daran, dass unsere gemeinsamen Interessen den impulsiven Egoismus überlagern können.“
Ich wünsche eine motivierende Lektüre und es gibt bereits auch eine Idee, wie wir das im Projekt „Gesellschaft zusammenbringen“ umsetzen können. Davon demnächst mehr.
Die nächsten Veranstaltungen im Projekt „Gesellschaft zusammenbringen“:
- Veranstaltungsankündigung – bitte Termin vormerken, weitere Infos folgen:
Ein gutes Leben für alle - Mehr Kooperation in Frankfurt (Arbeitstitel)
Donnerstag, 19. November 2026, von 18:30 – 21:00 Uhr, ab 17:30 h kleiner Imbiss, in der Villa Gründergeist in Frankfurt.

