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Mehr zum Thema: Adressen & Links Materialhinweise
Das Südliche Afrika lässt sich nur schwer definieren, auch wenn es sich
zunächst um eine rein geographische Bezeichnung handelt. Seit der
Gründung und der schrittweisen Erweiterung der Entwicklungsgemeinschaft
des Südlichen Afrika (SADC) wird das Südliche Afrika mit diesem
regionalen Zusammenschluss identifiziert. Hervorgegangen ist die SADC
aus der SADCC, der South African Development Coordination Conference.
Das war der Zusammenschluss der Frontstaaten Angola, Sambia, Simbabwe,
Tansania, Mosambik, Botswana, Lesotho, Malawi, Swasiland und Namibia
gegen das Apartheidsregime Südafrikas. Nach der Überwindung der
politischen Apartheid kamen Südafrika, Mauritius, die Seychellen und die
Demokratische Republik Kongo hinzu. In ihrer aktuellen Konstellation
geht die SADC auf das Windhoek-Abkommen von 1992 zurück, das die SADCC
in die SADC umwandelte.
Die SADC ist eine heterogene
Ländergruppe, deren Konstellation sowohl geographisch als auch
geschichtlich, ideologisch und wirtschaftlich motiviert ist. Diese
Heterogenität spiegelt sich in der Umsetzung der gemeinsamen Projekte
der Gemeinschaft wider. So bleiben die definierten ökonomischen Ziele
wie die Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums, einer Zollunion
und einer gemeinsamen Währung hinter dem Zeitplan zurück. Vor allem die
politischen Ziele, die in der Konsolidierung der Demokratie Ausdruck
finden sollten, haben in den letzen Jahren große Rückschritte erlitten:
- In einer großen Zahl von Ländern regieren ehemalige
Befreiungsbewegungen oder Unabhängigkeitsparteien ununterbrochen. Dies
führt zu einem Demokratie-Verständnis mit einer Neigung zu
Autoritarismus und Intoleranz. Das Südliche Afrika hätte von der
politischen Landschaft her zu einem Vorbild für in
afrikanisch-politischen Traditionen verwurzelte Demokratien werden
können: Demokratien, die Partizipation und Verantwortlichkeit
ermöglichen, ohne in die Gefahr der Polarisierung der Gesellschaften zu
geraten. Befreiungsbewegungen hätten das Potential, Kompromisse zu
erleichtern, da sie viele verbindliche Elemente vorweisen. Leider wird
dieses Potential in der Blindheit und im Egoismus einiger Eliten, die
Partikularinteressen verfolgen, erstickt.
- Die Landfrage ist in dieser Region (vor allem in Simbabwe, Namibia,
Südafrika, Angola und Mosambik) aufgrund kolonialer Enteignungen und
Umsiedlungen sehr brisant.
- Südafrika nimmt in der Region und in Afrika überhaupt eine
bedeutende Stellung ein. Darin steckt eine Chance für wichtige Impulse,
aber daraus ergibt sich gleichzeitig ein großes Konfliktpotential, mit
dem die Region im Interesse aller umzugehen lernen muss.
- Die Mitgliedschaften vieler SADC-Länder auch in anderen
Zusammenschlüssen (East African Community, COMESA, Zentralafrikanische
Entwicklungsgemeinschaft) erschweren den Prozess der regionalen
Integration.
- Zerstörerisch für die regionale Integration wirken die Verhandlungen
um die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit der EU, die die Länder des
Südlichen Afrika gegeneinander ausspielt und den Handlungsspielraum des
Südlichen Afrika gegenüber anderen Regionen kontrollieren will.
Aufgrund begrenzter Ressourcen kann KASA nicht das gesamte
Südliche Afrika abdecken. Schwerpunktmäßig konzentriert sich die KASA in
ihrer laufenden Arbeit auf Südafrika, Simbabwe, Namibia und Sambia.
Gelegentlich gibt es Berührungspunkte mit anderen Ländern der Region, so
zum Beispiel mit Botswana oder mit der D.R. Kongo, vor allem wenn es um
Rohstoffförderung geht. |
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