fair spielt. Für faire Regeln in der Spielzeugproduktion
Aktueller Hinweis
Seit 1999 setzt sich die Aktion fair spielt für
menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Spielzeugindustrie ein – als
Kooperationsprojekt des Bischöflichen Hilfswerkes Misereor, der Kath.
Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Kath. Arbeitnehmer-Bewegung
Deutschlands (KAB), des Nürnberger Bündnisses Fair Toys und der Werkstatt
Ökonomie. Nach 13 Jahren haben nun die katholischen Organisationen die
Weiterarbeit an die bisherigen Koalitionspartner übertragen: Das Nürnberger
Bündnis wird als regionales Netzwerk weiter aktiv sein. Und die Werkstatt
Ökonomie wird künftig – wie bisher schon – eine Watchdog-Funktion wahrnehmen
und als Informationsstelle für VerbraucherInnen, Kitas und Engagierte zur Verfügung
stehen.
Der Skandal
Nach wie vor werden in vielen asiatischen Spielzeugfabriken soziale und wirtschaftliche Menschenrechte systematisch verletzt. Betroffen sind vor allem junge Frauen zwischen 18 und 30 Jahren, sie stellen den größten Teil der Belegschaften. Besonders wenn die Produktion für das Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren läuft, sind die Arbeitszeiten extrem lang – 12 oder gar 14 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche sind dann keine Ausnahmen. Gesetzliche Mindestlöhne werden unterschritten, Arbeitsschutzbestimmungen grob verletzt. Meist gibt es keinen Kündigungs- oder Mutterschutz. Viele Fabrikwohnheime sind in menschenunwürdigem Zustand: All dies verstößt sowohl gegen nationale Gesetze als auch gegen internationale Abkommen.
Ziele von fair spielt
Gemeinsam mit Partnerorganisationen in Europa und in Asien setzt sich fair spielt für die Beachtung der Menschenrechte und grundlegender Arbeitsnormen in der Spielzeugindustrie ein.
fair spielt fordert die Spielzeughersteller und den Handel in Deutschland dazu auf, ihre Verantwortung zu übernehmen und für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Spielzeugfabriken zu sorgen. Das können sie beispielsweise tun, indem sie den Verhaltenskodex des Weltverbandes der Spielwarenindustrie (ICTI) glaubwürdig und transparent umsetzen und das auch von ihren Lieferanten verlangen. In einer laufend aktualisierten Firmenübersicht informiert fair spielt darüber, welche Unternehmen sich beteiligen – und welche nicht.
Außerdem setzt sich fair spielt dafür ein, dass der Verhaltenskodex des Weltverbandes der Spielwarenindustrie (ICTI-Kodex) in den Fabriken wirksam, glaubwürdig und transparent umgesetzt wird. Dazu gehört auch, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter an der Umsetzung des Kodexes und an der Kontrolle der Fabriken beteiligt werden. Der Weltverband muss außerdem darüber berichten, welche Markenfirmen den Kodex umsetzen und welche nicht. Nur so haben Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit, das auch bei ihren Kaufentscheidungen zu berücksichtigen.