Obwohl Südafrika mit der Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC)
weltweit Aufsehen erregt und neue Standards gesetzt hat, ist dieses
Kapitel für die meisten SüdafrikanerInnen noch nicht abgeschlossen. Nur
ein kleiner Teil der Opfer des Unrechtssystems Apartheid hat eine
Entschädigung erhalten, viele Täter – darunter auch internationale
Unternehmen – haben sich der Verantwortung entzogen und profitieren von
dem neoliberalen System, dem sich Südafrika bereits 1996 angeschlossen
hatte. Die bisher benachteiligten Bevölkerungsschichten, die mit
persönlichen psychischen und physischen Verletzungen ebenso leben müssen
wie mit zerstörten Gemeinschaften, zerrütteten Familien, Gewalt und
HIV/AIDS, haben wenig Möglichkeiten, an den Früchten der Demokratie und
Freiheit teilzuhaben.
Im Bereich der Entschädigung und
Wiedergutmachung unterstützt KASA seit 2002 mit Lobby- und
Kampagnenarbeit die Klage der Opferorganisation Khulumani Support Group
in den USA unter dem Alien Tort Claims Act. Hier werden internationale
Unternehmen wegen Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen
während der Apartheidzeit angeklagt.
Von den ursprünglich 22
Unternehmen sind seit dem wegweisenden Urteil der Bezirksrichterin
Scheindlin vom April 2009 nur noch fünf angeklagt, da die Richterin die
Beweislage in Bezug auf die Banken als nicht ausreichend ansah.
Khulumani
geht es dabei einerseits um eine gesellschaftliche Anerkennung des
begangenen Unrechts für die Opfer der Apartheid, andererseits aber auch
um eine Entschädigungszahlung an ihre inzwischen 58.000 Mitglieder für
Sofort- und Nothilfe und Investitionen in bisher benachteiligte
Gemeinden.