Der Aufbau eines sozialen Grundsicherungssystems ist nicht nur für die
Bundesregierung und viele Entwicklungsorganisationen zu einem wichtigen
Thema beim Kampf gegen Armut geworden, auch viele Regierungen im
Südlichen Afrika beschäftigen sich intensiv damit.
So wurde in
einer Studie, die von der namibischen Regierung in Auftrag gegeben
worden war, ein bedingungsloses Grundeinkommen (BIG) als angemessenes
Konzept zur Überwindung der absoluten Armut in einem Land empfohlen, das
eine ausgesprochen ungleiche Einkommensverteilung aufweist. Südafrika
hatte sich in einer ähnlichen Debatte und unter dem wachsenden Druck der
verarmenden Bevölkerung gegen ein BIG und für ein differenziertes
System der bedingten Grundsicherung entschieden.
Trotz der
Empfehlung hat sich die namibische Regierung bisher nicht auf ein BIG
festgelegt. Vor diesem Hintergrund beschloss ein Bündnis
zivilgesellschaftlicher Organisationen unter Führung der Lutherischen
Kirche und ihrem Bischof Zephania Kameeta, ein Pilotprojekt für ein
bedingungsloses Grundeinkommen ins Leben zu rufen.
Walk the talk: Pilotprojekt in Otjivero/Omitara
Zwischen
Januar 2008 und Dezember 2009 erhielten etwa 1.000 Menschen in dem Dorf
Otjivero, das rund 80 Kilometer westlich der Hauptstadt Windhuk liegt,
ohne irgendwelche Bedingungen 100 N$ (das sind ungefähr acht Euro) als
monatliches Grundeinkommen ausgezahlt. Das Projekt wurde
wissenschaftlich begleitet und zeitigte in kürzester Zeit erstaunliche
Ergebnisse. So wurde bereits im ersten Halbjahresberichtdarauf der
Beweis geführt, dass das BIG ein Weg zur Beseitigung der absoluten Armut
darstellen kann.
Der namibischen Koalition geht es nun darum,
die eigene Regierung von der Sinnhaftigkeit einer landesweiten
Einführung eine BIG zu überzeugen.
KASA begleitet die Arbeit der
BIG-Koalition und bringt die Erfahrungen aus dem namibischen Projekt in
die deutsche Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen ein.
Gleichzeitig diskutiert KASA das BIG im Rahmen des Arbeitsschwerpunkts
"Zivilgesellschaftliche Alternativen angesichts neoliberaler
Globalisierung" mit den Partnern aus dem Südlichen Afrika.